SALIS – im strategischen Luftransport nicht mehr wegzudenken
Masar-i Scharif, 14.08.2012.
Die Logistik ist bei jeder militärischen Planung eine wichtige Variable. Sie beeinflusst einen Einsatz maßgeblich. Erfolg oder Misserfolg einer Operation hängen wesentlich von der rechtzeitigen Bereitstellung von erforderlichen Versorgungsgütern, also von Material, Betriebsstoff und Munition ab.

Je größer die Entfernungen sind, je gefährlicher ein Einsatzgebiet ist, desto aufwendiger und kostenintensiver ist die Logistik. Nach Afghanistan muss ein großer Teil des Materials per Lufttransport verbracht werden. Der Transport über die Straße wäre besonders zeitaufwendig und auch gefährlich, ein funktionierendes Schienennetz ist nur bedingt vorhanden.
Da die Lufttransportkapazitäten der Bundeswehr – noch verfügt die Luftwaffe nicht über den A 400M, sondern nur über die mehr als 30 Jahre im Dienst befindlichen C-160-Transall-Flugzeuge – dem Bedarf in Afghanistan nicht gerecht werden, beteiligt sich Deutschland an SALIS (Strategic Airlift Interim Solution).
Gemeinsame Lösung der NATO
Um eine gemeinsame Lösung für den strategischen Lufttransport zu realisieren, einigten sich 15 europäische Staaten und Kanada auf das SALIS-Programm, das Ende März 2006 auf dem Flugplatz Leipzig-Halle offiziell in Dienst gestellt wurde. Im Wesentlichen werden bei SALIS die Schwerlast- Lufttransporte von russischen Transportflugzeugen des Typs AN-124-100 übernommen. Das Material, das hierbei von Deutschland aus auf die Reise nach Afghanistan geht, nehmen dabei die Maschinen auf, die auf dem Flughafen Leipzig-Halle stationiert sind.
Ein bis zwei Großraumflugzeuge dieses Typs landen im Wochendurchschnitt auf dem Flugplatz im nordafghanischen Masar-i Scharif und werden von Angehörigen der Luftumschlaggruppe in Empfang genommen.
Sie fahren die neuen Lastkraftwagen aus dem Flugzeugbauch oder steuern Fahrzeuge, die zurück nach Deutschland sollen, in den Frachtraum hinein. Bei den Lufttransporten kommen neben der Antonov auch die kleineren Iljuschin 76 zum Einsatz. Diese befördern aber nicht nur Material, sie nehmen auch die Feldpost der Soldaten mit an Bord.
In diesen zivilen Maschinen kann es vorkommen, dass Bundeswehrsoldaten ebenfalls nach Deutschland mitfliegen. Aber nicht etwa, um den Heimweg anzutreten, sondern als Begleitpersonal. „Wenn wir beispielsweise Waffen transportieren, gehen einige Soldaten als Begleitkommando mit. Dann fliegen die Maschinen auch ohne Zwischenlandungen nonstop nach Deutschland
“, erklärt Hauptfeldwebel Karsten N., Lufttransportfeldwebel bei der Luftumschlaggruppe.
„Pro Woche werden in Masar-i Scharif zwischen 700 und 1.000 Tonnen via Lufttransport umgeschlagen
“, ergänzt Hauptmann Ralf O., Chef der Unterstützungsstaffel. Und neben dem Material ist dabei auch jede Menge Verpflegung mit an Bord, beispielsweise für die Truppenküche des Feldlagers Marmal.
Die Transportmaschinen landen und starten in Masar-i Scharif bei Tag und Nacht, da es kein Nachtflugverbot gibt. Manchmal stehen die Transportmaschinen sogar in einer Warteschlange aufgereiht – wie bei einem Zivilflughafen in Deutschland.



