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Info-Kampagne: Nicht krank – nur schwanger

Berlin, 03.11.2011.
Die Kampagne „Schwanger in der Bundeswehr“ richtet sich an Schwangere, stillende Mütter und deren Vorgesetzte. Sie informiert über Regelungen zum Arbeits-, Gesundheits- und Mutterschutz und soll dazu beitragen, maximalen Schutz zu gewähren, aber übertriebene Fürsorge zu vermeiden.

Schwangere Soldatin und Zivil-Angestellte

In anderen aber normalen Umständen (Quelle: Bundeswehr/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Die öffentlich-rechtliche Aufsicht der Bundeswehr für Arbeitssicherheit und technischen Umweltschutz hat die Informationskampagne Ende Oktober 2011 beim Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, Hellmut Königshaus, vorgestellt. Hintergrund war eine Passage, die der Wehrbeauftragte in seinem Jahresbericht 2010 formuliert hatte:

Der Schutz werdender Mütter muss auch im dienstlichen Alltag der Bundeswehr sichergestellt sein. Das darf allerdings nicht dazu führen, dass schwangere Soldatinnen aus Unsicherheit oder übertriebener Fürsorge von allen Arbeiten ausgeschlossen oder einfach ‚krank zu Hause‘ geschrieben werden, was jedoch immer wieder geschieht. Hier ist, in Abstimmung mit der Schwangeren und unter Rückgriff auf medizinische Beratung, ‚Augenmaß‘ gefordert.“

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Wegweiser und Überblick

Die Zuständigen nahmen den Hinweis des Wehrbeauftragten zum Anlass, die Situation von Schwangeren im Dienstalltag der Bundeswehr in Augenschein zu nehmen. Das Resultat vieler Besuche, Beobachtungen und Gesprächen war, dass es auf Seiten der werdenden Mütter als auch auf der ihrer Vorgesetzten viele Unsicherheiten und Informationslücken gibt, was die Regeln und Rechte zum Schutz der Mütter betrifft.

Das Aufsichtsgremium erkannte Handlungsbedarf und fasste zunächst die geltenden Schutzvorschriften zusammen. Um die Informationen möglichst „passgenau“ bereitzustellen, entwickelte das Team um Ministerialrat Günter Klein und Oberstleutnant Wolfgang Bauerschmidt Informationsblätter, die auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten wurden: Arbeitnehmerinnen, Beamtinnen, Soldatinnen und Vorgesetzte.

Die Informationsblätter werden durch Poster ergänzt. Sie geben einen Überblick über die Vorschriften und bieten Kontakte zu Ansprechpartnern in den jeweiligen Zuständigkeitsbereichen. Komplettiert wird die Kampagne durch Informationen im Intranet der Bundeswehr.

Frau liest das Mutterschutzgesetz

Der Mutterschutz ist per Gesetz geregelt (Quelle: Bundeswehr/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

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Mutterschutz – Was muss man wissen

Gesetze, Regelungen und Vorschriften definieren den Mutterschutz und bestimmen seine Ausführung im Dienstalltag. Angefangen vom Arbeitsschutzgesetz, über die EU-Mutterschutz-Richtlinie bis hin zu den Ausführungen für einzelne Berufsgruppen wie

  • Bundesbeamtengesetz
  • Verordnung zum Schutz der Mütter am Arbeitsplatz
  • Handbuch zur Vereinbarkeit vom Familie und Dienst in den Streitkräften
  • Mutterschutzverordnung für Soldatinnen
    und weiteren, gibt es Meldepflichten und Fristenregeln, die zu beachten sind.

Dazu sowie zu den regionalen Ansprechstellen und vertraulichen Beratungsangeboten bieten die Informationsmaterialien einen praktischen Überblick.

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Schutz steht im Vordergrund

„Diese plakativen Informationen sollen Dienststellenleitern und schwangeren Beschäftigten Hilfestellung geben“, fasste Ministerialrat Klein das Ziel der Kampagne zusammen. Dabei gehe es darum, den Schutz der Schwangeren zu gewährleisten. „Dem Schutzgedanken ist im dienstlichen Alltag natürlich ganz besonders Rechnung zu tragen. Dabei dürfen Vorgesetzte aber nicht überreagieren.“

Dem stimmte der Wehrbeauftragte zu und bedankte sich für die Initiative. „Ich finde es wirklich toll, dass der Wehrbeauftragtenbericht Impulsgeber für die Kampagne war“, so Königshaus. Schwangere dürften nicht als krank angesehen werden. Nicht nur Vorgesetzte, auch die Kameraden und Kameradinnen müssten im Umgang mit Schwangeren im Dienst besser informiert werden. Königshaus sagte zu, die Kampagne in seinem nächsten Wehrbericht positiv zu erwähnen.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Susanne Lopez


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