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Afghanistan: Angriff auf deutsche Kräfte am 9. März (2. Aktualisierung)

Berlin/Kundus, 15.03.2011, Einstellzeit: 14 Uhr.
Am 9. März um 6.48 Uhr mitteleuropäischer Zeit (10.18 Uhr afghanischer Zeit) wurden deutsche Kräfte sieben Kilometer südwestlich von Kundus mit Handwaffen angegriffen. Nun liegt der abschließende Untersuchungsbericht vor.

Karte von Afghanistan

Die deutschen Feldlager im Norden Afghanistans (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Am 15. März wurde dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr der abschließende Bericht vorgelegt. Dieser kommt nach Auswertung aller vorliegenden Erkenntnisse und Unterlagen zur abschließenden Bewertung, dass kein schuldhaftes Verhalten deutscher Soldaten, welches ursächlich für den Tod der afghanischen Frau sein könnte, erkennbar ist.

Der Fall sowie die Ergebnisse der Untersuchung wurden allen Führern der im Verantwortungsbereich des Regionalkommandos Nord eingesetzten afghanischen Sicherheitskräfte erläutert.

Dem Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof wurden bereits Unterlagen übermittelt. In gleicher Weise wird ihm auch der abschließende Bericht zeitnah zur Verfügung gestellt.

Stand: 13.25 Uhr

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Meldung vom 12. März

Seit dem 12. März liegt ein erster, vorläufiger schriftlicher Untersuchungsbericht des Kommandeurs des Regionalkommandos Nord beim Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Rainer Glatz, vor.

Nach dem Bericht kann derzeit nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen werden, dass die Verletzungen der verstorbenen Frau durch eine deutsche Waffenwirkung im Zusammenhang mit dem Angriff auf die deutsche Patrouille resultieren. Die Knieverletzung der anderen Afghanin ist wahrscheinlich auf eine mittelbare Wirkung der Gefechtssituation zurückzuführen. Die Splitter können sowohl durch eigenes Feuer, wie auch durch Feuer der Aufständischen verursacht worden sein. Eine medizinische Untersuchung im Regionalen Wiederaufbauteam (PRT) Kundus am 10. März ergab keinen weiteren Behandlungsbedarf.

Die Untersuchung der im PRT an einer schweren Kopfverletzung verstorbenen Afghanin schließt die Verletzung durch eine Schussverletzung oder Querschläger nahezu aus. In der Wunde wurden keine Projektile oder Splitter aufgefunden, und auch die Wundränder wiesen keine Anhaltspunkte für eine Schussverletzung auf. Der Leichnam wurde noch am 9. März um 9.55 Uhr mitteleuropäischer Zeit (13.25 Uhr Ortszeit) den Angehörigen übergeben.

Am Nachmittag des 9. März führte der Kommandeur des PRT Kundus gemeinsam mit dem Polizeichef des Distrikts Chahar Darah, der später Medien gegenüber der Bundeswehr die Tötung der Afghanin vorwarf, zunächst Gespräche mit der Familie der leicht verletzten Frau. Diese Gespräche fanden in sachlicher und entspannter Atmosphäre im Polizeihauptquartier Chahar Darah und am Ort, an dem sie verletzt wurde, statt. Das Angebot zu einer medizinischen Untersuchung der Verletzten im PRT wurde am Folgetag angenommen. Es wurden zu keiner Zeit Vorwürfe gegen ISAF erhoben.

Unmittelbar anschließend begab sich der Kommandeur gemeinsam mit dem Polizeichef zum Wohnbereich der verstorbenen Frau, der sich in circa 1.300 Metern Entfernung von den Gefechtshandlungen des 9. März befindet. Die Gespräche mit den anwesenden Angehörigen und Nachbarn verliefen ruhig und sachlich, Anschuldigungen gegen ISAF sowie Forderungen wurden nicht erhoben. Der begleitende Polizeichef erhob keine Anschuldigungen gegen ISAF.

Der genannte vorläufige Bericht wird dem Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof zeitnah zur Verfügung gestellt.

Stand: 16 Uhr

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Meldung vom 9. März

Am 9. März um 6.48 Uhr mitteleuropäischer Zeit (10.18 Uhr Ortszeit) wurden deutsche Kräfte sieben Kilometer südwestlich von Kundus mit Handwaffen angegriffen.

Die deutschen Soldaten haben das Feuer erwidert und sind ins Polizeihauptquartier von Chahar Darreh ausgewichen. Auf deutscher Seite gab es keine Verwundeten oder Schäden.

Nach bisherigen Meldungen sind im Zuge der Kampfhandlungen möglicherweise zwei afghanische Zivilistinnen verletzt worden. Eine Frau wurde in das Regionale Wiederaufbauteam (PRT) Kundus gebracht und ist dort in Folge ihrer Verletzungen verstorben. Eine weitere Frau wurde in ein afghanisches Krankenhaus gebracht.

Ob die Frauen im Zusammenhang mit dem geschilderten Vorfall verletzt worden sind oder andere Ursachen beziehungsweise Verursacher zu den Verletzungen geführt haben, wird zurzeit noch untersucht.

Stand: 13.45 Uhr

Ansprechpartner für die Presse: Einsatzführungskommando der Bundeswehr

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Presse- und Informationsstab BMVg


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