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Kräfteaufmarsch – die Operation beginnt

Munster, 30.09.2013, PIZ Heer.
Die Informationslehrübung Landoperationen 2013 hat begonnen. Auf der Grundlage eines Hilfeersuchens des fiktiven Staates „Obsidia“ werden im Rahmen der internationalen Mission OFOR militärische Kräfte nach „Obsidia“ entsandt.

Bergepanzer Büffel im Wasser

Gewässer sind kein Hindernis für den Bergepanzer Büffel (Quelle: Bundeswehr/Schneider)Größere Abbildung anzeigen

Unter der Führung der 1. Panzerdivision sind die Kräfte der Panzerlehrbrigade 9 gemeinsam mit den Kräften der Streitkräftebasis einsatzbereit. So lautet die Lageinformation über die Lautsprecher. Auf der Tribüne in Munster ist es sehr ruhig geworden, die augenscheinliche Abwesenheit von Soldaten und Großgerät im Sichtfeld der Gäste ist trügerisch, und die Spannung der Besucher ist deutlich zu spüren.

Das Panzerlehrbataillon 93, federführend an der Station „Landstreitkräfte im Einsatz“, zeigt ausgewählte Kräfte der Panzerlehrbrigade 9, zusammen mit unterstützenden Kräften der Streitkräftebasis. Die Darstellung von Großgerät und Ausrüstung der Landstreitkräfte wird unter anderem auch durch Kräfte der Luftwaffe unterstützt.

Rund 450 Soldaten, 100 Gefechts- und sechs Luftfahrzeuge dokumentieren in spannungsgeladenen und hochdynamischen Einzelbildern Waffensysteme und Handlungsfelder moderner Streitkräfte. Die Besucher erhalten so einen guten Überblick über einzelnen Systeme, deren Leistungsmerkmale, sowie deren Einsatzgrundsätze. So wird der hohe Einsatzwert der gezeigten Mittel und Kräfte plakativ dargestellt und nachhaltig verdeutlicht.

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Ich sehe was, was du nicht siehst

Die herausragende Bedeutung vom Wissensvorsprung für das taktische und operative Handeln ist unbestritten. Das Erlangen gesicherter Informationen und Aufklärungsergebnisse, sowie deren schnelles Weiterleiten sind im modernen Gefecht Grundlage für zweckmäßige Entschlüsse. Die im Einsatz bewährten unbemannten Aufklärungsmittel Aladin, Mikado, Luna und KZO tragen im Verbund mit anderen Aufklärungsmitteln maßgeblich zur Lageverdichtung bei.

Aus dem Transportflugzeug C-160 Transall werden Fallschirmjäger abgesetzt. Im Freifalleinsatz lösen diese Soldaten ihren Fallschirm selber aus und steuern diesen auch eigenständig bis zur Landung am Zielort, zumeist in feindlichem Gebiet.

Auch die Soldaten der Fernspähtruppe und der Elektronischen Kampfführung (EloKa) tragen mit ihren Möglichkeiten des Mithörens, Störens und Aufzeichnens von Funkverkehr zum Gewinnen von Aufklärungsergebnissen bei. Die Soldaten der Operativen Kommunikation nutzten ihren Lautsprecherträger Dingo zur gezielten Einwirkung auf den Feind. Dieser ermöglicht die glasklare Übertragung von Wortbeiträgen auf Entfernungen bis 2.000 Metern.

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Power für die Kampftruppe

Kraftvoll schiebt sich der Bergepanzer 3 Büffel mit einem angehängten Kampfpanzer Leopard 2 durch das Wasser eines Teiches. Auf der Basis des Fahrgestells des Kampfpanzers Leopard 2 ist er ein unverzichtbares Bergefahrzeug in den Panzer- und Panzerartilleriebataillonen. Der Bergepanzer 2 Standard, auf der Basis des Leopard 1, kommt hingegen in den Panzergrenadierbataillonen zum Einsatz.

Mit vergleichbarer Power schiebt sich der Schwerlasttransporter SLT 50-3 Elefant vor die Zuschauer, der noch in diesem Jahr leistungsgesteigert werden soll und damit auch einen Leopard 2A6M oder 2A7 quasi huckepack nehmen kann. In hoher Geschwindigkeit präsentiert sich der GTK Boxer mit dem Sanitätsmodul. Der 35-Tonnen-Radpanzer ist das modernste landgebundene Rettungs- und Transportmittel der Streitkräfte, in dem bis zu sieben Patienten gleichzeitig transportiert werden können.

Im Hintergrund dröhnen Motoren. Das Vibrieren ist für die Zuschauer körperlich spürbar. Der Pionierpanzer Dachs, der Brückenleger Biber und der Minenräumpanzer Keiler schieben sich in das Blickfeld der Tribüne. Sie sind die Wegbereiter und Begleiter der Kampftruppe.

Höchstes technisches Know-how spiegelt auch der Teodor (Telerob Explosiv Ordonace and Observation Robot) wider. Der ferngesteuerte Roboter beseitigt militärische und nicht militärische Kampfmittel, ohne dass sich dabei Personen in den Gefahrenbereich begeben müssen.

Soldaten in spezieller Schutzkleidung

Wie eine Wand schieben sich die CRC-Soldaten vor die Menschenmenge (Quelle: Bundeswehr/Schneider)Größere Abbildung anzeigen

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Menschenmengen im Griff

Eine aufgebrachte Menschmenge mit Transparenten und lauten Sprechchören nähert sich den Besuchern. Im Gleichschritt platzieren sich Feldjäger wie eine grüne Wand zwischen Demonstranten und Zuschauern und verhindern so Übergriffe. Die Crowd Riot Control (CRC) Kräfte sind mit Schild, Schlagstock und Schutzanzug ausgestattet. Dabei sind auch ein Greiftrupp und ein Hundeführer mit Diensthund.

Die Durchsetzungsfähigkeit der Feldjägerkräfte wird durch den Wasserwerfer Yak deutlich erhöht. Durch das entschlossene und konsequente Vorgehen aller Kräfte ist auch diese Lage schnell unter Kontrolle.

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Kampfstark und feuergewaltig

Es wird wieder lauter und die Besucher ahnen schon, was da kommt. Ein Geschützzug mit Panzerhaubitzen 2000 geht in der Nähe in Stellung. Diese können Ziele bis zu einer Entfernung von 40 Kilometern wirkungsvoll bekämpfen. Ergänzt wird diese Feuerkraft durch das Mittlere Artillerie Raketensystem MARS 2 mit einer Reichweite von bis zu 80 Kilometern.

Nach der entsprechenden Feuervorbereitung durch die Artillerie treten nun die Panzertruppen mit ihren Kampfpanzern Leopard 2A6 und dem Schützenpanzer Marder 1A3 an – professionell, stark und feuergewaltig.

Soldaten hinter Haus mit Waffen

EGB-Kräfte sichern ihre Zugriffsaktion (Quelle: Bundeswehr/Schneider)Größere Abbildung anzeigen

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Spezialisten in der Luft und am Boden

Eine Rotte Tiger geht in Stellung. Der Kampfhubschrauber ist voll nachtkampffähig. Mit dem Panzerabwehrlenkflugkörper besitzt er eine maximale Kampfentfernung von bis zu 6.000 Metern. Er wird zur Bekämpfung von wichtigen Hochwert- oder Punktzeilen eingesetzt. Selbstverständlich kann er auch mit ungelenkten Raketen und einem schweren Maschinengewehr gegen ungepanzerte, leicht gepanzerte sowie auf Flächenziele wirken.

Zum Abschluss zeigen die EGB-Kräfte (Soldaten mit Erweiterter Grundbefähigung) das zielgenaue und professionelle Vorgehen beim überfallartigen Festsetzen einer Zielperson. Fallschirmjäger bilden den Kern dieser spezialisierten Kräfte, die zum taktischen Zusammenwirken mit Spezialkräften befähigt sind.

Die festgesetzte Zielperson sowie das Auge am Feind fließen nun zurück zur Hubschrauberlandezone...“, so lautet abschließend der letzte Funkspruch aus dem Lautsprecher.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Rene Hinz


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