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Ausblick: Die Bundeswehr der Zukunft

Berlin, 03.09.2012.
Umfang und Struktur der Streitkräfte richten sich nach den Aufgaben, die ihnen die Politik zuweist, müssen aber auch finanzielle und demografische Rahmenbedingungen berücksichtigen. Ein Überblick über die künftige Streitkräfteplanung der Bundeswehr.

Soldat schaut durch ein Fernglas

In Aussicht: Bundeswehr der Zukunft (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

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Der Rahmen

Als „Rückgrat für die Sicherheit und den Schutz Deutschlands und seiner Bürger“ sind die deutschen Streitkräfte „ein unentbehrliches Instrument der Außen- und Sicherheitspolitik unseres Landes“. So legen es die Verteidigungspolitischen Richtlinien (VPR) fest und unterstreichen: „Streitkräfte folgen in ihrem Selbstverständnis, ihrer Struktur, ihrem Umfang, ihren Fähigkeiten und ihrer Ausrüstung den sich wandelnden Zielen und Interessen der Sicherheitspolitik.

Als „ineinandergreifende Aufgaben“ weisen die VPR der Bundeswehr ein breites Spektrum zu, das von der Landesverteidigung als Bündnisverteidigung über internationale Konfliktverhütung und Krisenbewältigung bis zu Evakuierungsoperationen, Heimatschutz und humanitärer Hilfe im Ausland reicht. Für diese Aufgaben muss sich die Bundeswehr unter Berücksichtigung der finanziellen und demografischen Rahmenbedingungen neu aufstellen.

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Die Streitkräfte als Ganzes

Die Aufteilung in die Organisationsbereiche Heer, Luftwaffe, Marine, Streitkräftebasis und Sanitätsdienst bleibt erhalten. Die Gesamtstärke der Streitkräfte sinkt von aktuell gut 220.000 Soldatinnen und Soldaten auf einen künftigen Gesamtumfang von bis zu 185.000. Diese Zielgröße setzt sich zusammen aus 170.000 Zeit- und Berufssoldaten inklusive Reservisten sowie auf 5.000 bis 15.000 Freiwillig Wehrdienstleistenden.

Die Bundeswehr bildet so ein gemeinsames, einheitliches Kräftedispositiv, allerdings mit jeweils unterschiedlichen Durchhaltefähigkeiten. Aus diesen Kräften sollen zeitgleich und durchhaltefähig rund 10.000 Soldaten für Einsätze verfügbar sein.

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Das Heer

Die Landstreitkräfte der Bundeswehr verfügen künftig über drei Großverbände auf Divisionsebene. Derzeit sind es fünf. Die Anzahl der Brigaden sinkt von elf auf acht. Aus dem Heeresamt in Köln werden neue Fachkommandos gebildet. Das Kommando Heer wird in Strausberg bei Berlin aufgestellt. Derzeit hat das Heer eine Stärke von circa 80.000 Soldaten.

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Die Luftwaffe

Bei den Luftstreitkräften fällt die bisherige Führungsebene der Division weg. Stattdessen werden ein Kommando „Einsatzverbände“ und ein Kommando „Unterstützungsverbände“ aufgestellt. Jedes dieser Kommandos soll über zwei „Fähigkeitsbereiche“ verfügen. In Berlin-Gatow wird das Kommando Luftwaffe seinen Sitz haben. Derzeit umfasst die Luftwaffe knapp 38.000 Soldaten.

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Die Marine

Ebenfalls gegliedert in „Fähigkeitsbereiche“ umfasst sie weiterhin zwei Einsatzflottillen, ein Marinefliegerkommando sowie Ausbildungs- und Unterstützungselemente. Geführt werden sie vom Marinekommando in Rostock. Aktuell hat die Marine eine Stärke von knapp 17.000 Soldaten.

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Die Streitkräftebasis

Sie bleibt der zentrale „Servicedienstleister“ der Streitkräfte in Deutschland und im Einsatz. Die Streitkräftebasis löst die bisherigen vier Wehrbereichskommandos auf. Aufgestellt werden drei Fähigkeitskommandos – je eines für Logistik, Führungsunterstützung und territoriale Aufgaben wie zum Beispiel die Hilfeleistung bei schweren Unglücksfällen in Deutschland. Sitz des Kommandos Streitkräftebasis wird Bonn. Gut 63.300 Soldaten dienen derzeit in der Streitkräftebasis.

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Der Zentrale Sanitätsdienst

Er bleibt verantwortlich für die Gesundheit der Soldaten im In- und Ausland und fasst seine Einsatzkräfte unter einer einheitlichen Führung zusammen. Gleiches gilt für die regionalen Einrichtungen in Deutschland mit Ausnahme der Bundeswehrkrankenhäuser. Das Kommando Sanitätsdienst wird seinen Sitz in Koblenz haben.

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Reservisten

Engagierte ehemalige Soldaten bleiben laut VPR „unentbehrlicher und künftig noch wichtigerer Bestandteil der Bundeswehr“. Sie sollen die aktive Truppe auch im Einsatz verstärken und ihre zivilberuflichen und persönlichen Qualifikationen einbringen. Zudem bleiben sie als Staatsbürger mit Uniform wichtiger Mittler zwischen Bundeswehr und Gesellschaft. Eine neue Reservistenkonzeption wurde erarbeitet.

Die Verwaltung

Die zivilen Mitarbeiter der Bundeswehr sind nicht Teil der Streitkräfte, jedoch in ihrer Anzahl von Umfang und Struktur der Streitkräfte abhängig. Rund 55.000 zivile Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sollen künftig zur Bundeswehr gehören und die Streitkräfte unterstützen.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Frank Bötel


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