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Auftrag Spitzensport: Fakten und Hintergründe zur Sportförderung der Bundeswehr

Berlin, 05.08.2016, Presse- und Informationsstab BMVg.
Die Bundeswehr ist einer der größten Förderer des Hochleistungssports in Deutschland. Mit einem Personalansatz von 827 Dienstposten fördert sie den deutschen Spitzensport und unterstützt damit eine gesamtstaatliche Aufgabe. Der Auftrag zur Aufstellung der aktuell 15 Sportfördergruppen basiert auf einem Beschluss des Deutschen Bundestages aus dem Jahr 1968.

Karsch beim Schießen

Treffsicher auf's Siegertreppchen: Hauptfeldwebel Monika Karsch holte in Rio Silber. (Quelle: Bundeswehr/Becker)Größere Abbildung anzeigen

Die Bundeswehr leistet einen großen Beitrag zur Sportförderung in Deutschland. Diese ist von öffentlichem Interesse, denn Sport hat einen hohen gesellschaftspolitischen Wert – vor allem in gesundheitlicher und sozialer Hinsicht. Spitzensportler werden hier als Vorbilder und Botschafter ihrer Sportart wahrgenommen. Nach außen repräsentieren sie die Bundesrepublik Deutschland. Schließlich wird das Bild Deutschlands in der Welt auch durch das Auftreten seiner Athleten bei internationalen Wettkämpfen geprägt.

Die Spitzensportförderung ist zwar kein Kernauftrag der Bundeswehr, sie zählt jedoch zu den gesamtstaatlichen Aufgaben, an denen sich die Streitkräfte zu beteiligen haben. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bezeichnet die Spitzensportförderung der Bundeswehr in seinem Nationalen Spitzensportkonzept als unverzichtbar. Ähnliche Fördereinrichtungen auf Bundesebene existieren in geringerem Umfang noch bei Zoll und Bundespolizei.

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Struktur: 827 Dienstposten und 15 Sportfördergruppen

Die 15 Sportfördergruppen der Bundeswehr sind zuständig für die Führung der ihnen anvertrauten Sportsoldaten. Diese kleinen Dienststellen befinden sich regelmäßig in der Nähe von Olympiastützpunkten und Leistungszentren. Die zentrale fachliche Zuständigkeit obliegt dem Referat „Sport/KLF/CISM/Spitzensport“ im Kommando Streitkräftebasis.

Der Personalansatz ist mit insgesamt 827 Stellen veranschlagt. Diese Zahl lässt sich in drei Gruppen aufteilen: 744 Förderplätze für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), 40 Dienstposten für die Militärsportarten Militärischer und Maritimer Fünfkampf sowie Fallschirmsportspringen und schließlich 43 Stellen für das Führungspersonal der Sportfördergruppen.

Die Kosten für die Spitzensportförderung der Bundeswehr liegen bei 35 Millionen Euro im Jahr (Stand 2016). In erster Linie handelt es sich dabei um Personalkosten, aber auch um Beschaffungskosten, etwa für Bundeswehrsportanzüge.

Mann mit Beinprothese beim Weitsprung

„Ich lass mich nicht behindern!“ - Mit diesem Lebensmotto möchte Markus Rehm auch ein Vorbild für andere Menschen mit ähnlichem Schicksal sein. (Quelle: Bundeswehr/Pfeil)Größere Abbildung anzeigen

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Inklusiv: Förderung des paralympischen Spitzensports

Seit November 2013 gibt es eine Rahmenvereinbarung mit dem Deutschen Behinderten Sportverband. Auf dieser Grundlage fördert die Bundeswehr zurzeit zwei aussichtsreiche zivile Sportler mit Handicap: Markus Rehm wurde 2012 in London Paralympicssieger im Weitspringen, und der Schwimmer Sebastian Iwanov hat ebenfalls schon mehrere paralympische Medaillen errungen.

Zudem existiert ein Stellenpool mehrerer Ministerien, in welchem die Bundeswehr sechs Dienstposten für paralympische Sportler finanziert. Innerhalb der schon genannten 744 Förderplätze gibt es des Weiteren zwei Guides, die zum Beispiel für blinde Athleten zur Verfügung stehen. Außerdem werden in den Sportfördergruppen zwei einsatzgeschädigte Soldaten zu Sportschützen aufgebaut. Ihre Perspektive für Tokio 2020 gilt als aussichtsreich.

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Olympisches Edelmetall: Gradmesser des Erfolges

Um den Erfolg der Sportförderung zu verdeutlichen, wird hauptsächlich auf die Olympischen Spiele verwiesen. Seit 1964 wurden hier 285 olympische Medaillen unter Beteiligung von Sportsoldaten errungen. Bei den Sommerspielen seit 1964 waren das im Einzelnen 48 Gold-, 45 Silber- und 68 Bronzemedaillen. Die Bilanz bei den Winterspielen ab 1968 lautet: 47 Gold-, 48 Silber- und 29 Bronzemedaillen. Bei den letzten 13 Olympischen Winter- und Sommerspielen seit 1992 waren Spitzensportler der Bundeswehr an rund 44 Prozent der errungenen Medaillen beteiligt.

Den sonstigen Wettkämpfen wird jedoch weniger Aussagekraft beigemessen. Diplomsportlehrer Andreas Hahn, Referent für den Spitzensport im Kommando Streitkräftebasis, erklärt diesen zunächst erstaunlichen Umstand: „Welt- und Europameisterschaftstitel liefern über die einzelne Sportart hinaus keine belastbaren Daten für die Effektivität der Sportförderung insgesamt. Die Wettkampfzyklen, aber auch die Regularien sind je nach Sportart viel zu unterschiedlich. Die jeweiligen Titel werden zwar erfasst, doch Vergleiche über eine bestimmte Disziplin hinaus sind damit nicht möglich. Bei Olympischen Spielen ist diese Vergleichbarkeit jedoch gegeben.

Zwei Männer im Ringkampf

Handfeste Völkerverständigung: Bei den CISM 2015 Military World Games in Südkorea ringt Obergefreiter Denis Kudla (li.) mit dem Russen Aleksei Mishin. (Quelle: Bundeswehr/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

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Hintergrund: Militär, Spitzensport und Völkerverständigung

Viele Sportarten haben einen militärischen Hintergrund. Das gilt insbesondere für die klassischen Disziplinen wie den Box- und Ringkampf, das Speerwerfen oder den Marathonlauf. In der Antike waren es zunächst die Krieger der oft verfeindeten griechischen Staaten, die bei Olympischen Spielen gegeneinander antraten. Der Olympische Friede ermöglichte sicheres Geleit für die Athleten.

Die heutige Austragung der Olympischen Spiele und die Organisation des Spitzensports haben nur noch wenig mit den antiken Wurzeln gemeinsam. Doch in vielen Ländern leistet das Militär auch heutzutage einen großen Beitrag zur Spitzensportförderung. Vor diesem Hintergrund sind die Sportfördergruppen der Bundeswehr ein wichtiger Beitrag zur Chancengleichheit der deutschen Athleten. Denn diese hätten sonst – in Ermangelung anderer Fördermöglichkeiten – einen Wettbewerbsnachteil.

Der antike Gedanke des Olympischen Friedens lebt allerdings heute weiter in der Völkerverständigung, die der Spitzensport ermöglicht. Dies gilt nicht nur für die Olympischen Spiele, sondern ebenso für die Militärsportvereinigung CISM (Conseil International du Sport Militaire). Sie gehört zu den größten Sportvereinigungen der Welt: Über 130 Nationen sind mittlerweile vertreten. Völkerverständigung und multinationale Kameradschaft werden hier ausschließlich von Soldaten gepflegt.

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Stand vom: 29.08.16 | Autor: Markus Theis


http://www.bundeswehr.de/portal/poc/bwde?uri=ci%3Abw.bwde.streitkraefte.spitzensport